Kürzlich wurde der Tod von „Bob“ Robert Acland FRCS im Alter von 74 Jahren am 6. Januar 2016 in den USA.

Robert Acland war ein wegweisender plastischer Chirurg, der die Mikrochirurgie revolutionierte und gemeinsam mit unseren Kollegen von S&T aus Schaffhausen in der Schweiz die Acland-Mikrogefäßklemme erfand, die heute in der Mikrochirurgie weit verbreitet ist, sowie viele andere Mikroinstrumente, die heute weltweit zum Einsatz kommen. 

robert-aclandProfessor Robert Acland war sowohl in Großbritannien als auch in Amerika ein Pionier der Mikrochirurgie und entwickelte zusammen mit der Firma S&T Mikrochirurgische Instrumente, Nahtmaterial und Nadeln, die es Chirurgen ermöglichen, präzise mikrochirurgische Eingriffe mit Instrumenten von höchster Qualität durchzuführen.

Aclands bahnbrechende Arbeit machte mikrovaskuläre Operationen erstmals zu einer praktikablen Option. Seine Arbeit zur Wiederherstellung kleiner Blutgefäße – mit einem Durchmesser von 0,5 mm oder weniger – hat zur Rekonstruktion von Gesichts- oder Brustgewebe nach Krebsoperationen sowie zur Wiederherstellung von Gliedmaßen nach Traumata beigetragen.

Acland, der unter dem Mikroskop an winzigen Arterien und Venen operierte, erfand Miniaturklemmen, um den Blutfluss zu unterbrechen und die Gefäßenden zum Vernähen zusammenzuhalten. Zuvor gab es weder Nadeln, die fein genug für diese Arbeit waren, noch Edelstahldraht, der sich zur Herstellung solcher Nadeln eignete.

Acland überwand diese Hürde, indem er den dünnsten verfügbaren Draht – 100 Mikrometer – beschaffte und ihn durch Elektropolieren auf 80 Mikrometer verdünnte. Er demonstrierte dies einem Drahthersteller, der daraufhin extrafeinen Draht nach seinen Vorgaben herstellte. Nadeln dieser Stärke sind heute in Krankenhäusern auf der ganzen Welt im täglichen Einsatz.

Robert Acland wurde am 20. Juni 1941 in Exeter geboren und besuchte die Bryanston School in Dorset.

Er schloss 1964 sein Studium an der London Hospital Medical School ab und absolvierte ein Praktikum in Tansania. 1969 erwarb er den Titel FRCS und kehrte ein Jahr später als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das London Hospital zurück. Ein Besuch beim renommierten plastischen Chirurgen Harry Buncke in San Francisco überzeugte Acland davon, seine Karriere der Mikrochirurgie zu widmen.

Anfang der 1970er Jahre wechselte er in die Abteilung für Plastische Chirurgie am Canniesburn Hospital in Glasgow. Dort führte er sechs Operationen zur freien Gewebetransplantation durch, darunter die Verpflanzung eines Hautlappens von der Brustwand auf die Kopfhaut und die Wiederherstellung der Durchblutung.

Diese Eingriffe dauerten viele Stunden, und Acland arbeitete unter großem Druck, während er unter den wachsamen Augen konservativer Chefarzte heikle Operationen durchführte.